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~~~*~~~

Teestunde

Fandom: Meine Liebe
Warnung: Extremster Kitsch (und wenn ich extrem sage, meine ich extrem. Eigentlich schon ?berextrem. Ich habe versucht, mich an den altert?mlichen Sprech- und Erz?hlstil anzupassen. Und auch wenn es mir Spa? gemacht, so zu schreiben, f?rchte ich, dass das l?ngst nicht so gut geworden ist, wie ich hoffe.)


An Tagen wie dem diesem kann man sie h?ren.
Die Wolken.
Ihr Rauschen, das an das Ger?usch frisch gewaschener, schneewei?er Bettlaken erinnert, die glatt und sonnenwarm an der Leine flattern.

Der kleine, mit Gold veredelte Teel?ffel klappert mit einem hellen, porzellanem Ton an die ebenso kleine, beinahe niedlich geformte Tasse, und die ganze Untertasse tr?gt diesen Laut auf.
Der Blick weitet sich, ein z?gerndes Aufschauen streift die Tischdecke, deren Enden frei im warmen Wind schweben. Mit der Stickerei und dem sorgf?ltig eingewebtem, unverkennbaren Emblem der Rosenstolz Akademie.

An Tagen wie diesem passt sich das Sommerwetter so herrlich an den inneren, versonnenen Schein eines lebenslustigen Menschen an, dass es wahre Freude ist, aus dem Haus zu treten und die ganze Lust der Natur an der Atmosph?re zu verfolgen.
Der Wald in der Ferne blinkert wie ein Spiegelhain und der junge Mann am Kaffeetisch kann selbst von seinem jetzigen Beobachtungspunkt aus die Bl?tter der Eichen, der Linden und der Buchen sich im starken Sommerwind wiegen sehen.

"Es tut mir Leid, dir solche M?he bereitet zu haben, Edu..."

Der Tisch steht fest auf seinen vier Beinen. Ganz so wie ein junger Baum- es scheint, als ein solcher m?chte er sich aufspielen- ragt er knapp ?ber das hohe Gras.
Die frischen, gr?nen Halme reichen bis zu den Sitzfl?chen der St?hle.
Orpheus kann ihr leichtes Scharren h?ren, wenn sie sich im Wind biegen und ihre rauhe Oberfl?che das Holz der M?bel ber?hren.

Der Tisch und die St?hle; das Geschirr, der Zucker und der Tee.
Wie wirkt doch alles fremd in der freien Natur- als h?tte man versucht, ein Zimmer mitten auf dem wilden Feld zu bauen, mit W?nden aus Sommerluft und einer blauen Decke, an der die Wolken vorbeischnellen.

"M?he?"
Als ob er aus einem Traum erwacht, hebt Eduard den Kopf, den er bislang in den Nacken gelegt in seine Stuhllehne st?tzte.

"Wovon redest du nur, Orphe?"

Seine Augen sind vom Sonnenlicht g?nzlich illuminiert und in ein edel leuchtendes Smaragdgr?n getaucht. Und wie schwerer, s??er Honigtee ist seine Haut, die von jeher eine gegenteilige Farbe zum blaublassen Ton des Orpheus bildet.
Ja, Orphe kann sich allzugut an solche wunderbaren Kindheitnachmittage erinnern, in denen er Eduard bei sich zu Besuch hatte. Sie hatten gemeinsam das Fechten und das Reiten ge?bt, das gro?e Einmaleins gelernt und drau?en auf dem Feld Kornblumen gesammelt. Eudard verstand sich pr?chtig darauf, aus Blumen Kr?nze zu stecken, die auf dem Kopf einer Frau so wundersch?n aussehen wie eine Krone.
Sie hatten Robertine blaue Kornblumenkr?nze geschenkt und von ihr Marmorkuchen zum Nachmittagstee bekommen. Marmorkuchen, dessen Reste sie sich am Abend, indem sie sich an der Wirtschafterin vorbei in die K?che geschlichen hatten, stibitzt hatten.
Sich die Kleider ?ber und ?ber bekr?melnd...

"All diese Planung. Und der Aufwand, allerlei Ger?t hierher zu bringen- nur f?r den Nachmittagstee."
Orphe wendet dem Freund seit Kindertagen still das Gesicht zu.
"Es tut mir Leid, dir solche M?hen verursacht zu haben."

Nein, das Bein schmerzt nicht mehr. Beinahe hat Orphe den Zeitpunkt erreicht, da ihm der Gips abgenommen werden kann. Wie ungl?cklich war der Stallmeister gewesen nach dem Unfall, bei dem sich Orphes Pferd aufb?umte, seinen Reiter mit grauenhaften Bockspr?ngen abwarf und selbst so ungl?cklich st?rzte, dass es auf sein Bein fiel. Der Schmerz ?bermannte Orphe so sehr, dass sich alle Luft aus seinen Lungen presste und er f?r die Dauer von drei erschreckten Herzschl?gen nicht atmen konnte.
Doch dann sp?rte er Eduards warme H?nde an Schulter und Wange. Der sofort hinzugesprungene Freund erweckte ihn wieder zum Leben.

Zuerst wollte der Stallmeister den Wallach erschie?en. Doch Orphe hatte ihn gebeten, es nicht zu tun.
Camus seinerseits fungierte hier als ein ?bersinnlicher Dolmetscher, der an das Krankenbett von Orpheus gekommen war und sagte, das Pferd lie?e flehentlich um Verzeihung bitten.
Da war Orpheus wieder vers?hnt.

"Und wenn es denn M?he gewesen w?re", spricht Edu in den warmen Sommerwind hinein;
"Ich habe sie gerne getan. Wo ich doch schon Angst hatte, dass du noch ernstlich krank wirst."

Mit der rechten Hand, die bis eben noch ruhig auf dem Tisch weilte, r?hrt er langsam und leise klimpernd den Tee in der Tasse um. Dann nimmt er diese auf und trinkt- genussvoll nippend. Im Sonnenschein gl?nzt der goldene Armreif am honigbraunen Arm.

"Du bist ein Sonnenmensch.", f?hrt Eduard fort.
"Deine Bl?sse t?uscht dar?ber hinweg, aber es tut dir wahrhaftig nicht gut, wochenlang das Bett zu h?ten und weder reiten noch spazieren gehen zu k?nnen."
Sein sanfter Blick ruht jetzt in der eisfarbenen Iris seines liebsten Freundes. Und ein L?cheln gleitet ?ber das jungensch?ne Gesicht.

"Du warst betr?bt, Orphe. Kein Wort hast du zwar dar?ber gesprochen, aber ich kenne dich nunmehr lange genug. Ich hatte keine andere Wahl, als ich gestern sah, wie grau und freudlos dein Gesicht war."

Auf dem leichten Anhang k?nnen die beiden Studenten vom Teetisch aus die Geb?ude der Rosenstolz Akademie sehen. Eingebettet in die lichten Alleen, den Park mit dem See und den vielen B?umen.
Orpheus sp?rt den warmen Wind in seinen Haaren, die Sonne, die seine Haut beinahe erhitzt. Im Gras sitzen zirpende Grillen.
Ab und an huschen Singv?gel vorbei, tschilpen das graue Pferd an, welches friedlich grast- gleich neben dem Karren, auf den Eduard vor einer halben Stunde noch St?hle, Tisch und seinen Kameraden lud.

Und es tut wirklich gut. All das Leben, das stille Seitenleben neben der Ausbildung, den Unruhen im Land, den Sorgen und den schmerzenden Erinnerungen, scheint ein St?ck Energie zur?ckzugeben, die Orpheus lang vermisste.
Edu und seine Pl?ne, die jederzeit so tollk?hn und au?ergew?hnlich sind.

"Ich denke, du hast Recht."
Orphe blinzelt, mit dem Blick auf den dunklen Ziegeld?chern der Akademie.

"Ich wei?." , entgegnet Edu.
"Ich kann sp?ren. Ich wei?, du bist oft betr?bt. ?ber viele Dinge. Und diese Worte..."
Es ist, als ob Eduard ein wenig n?her an seinen Freund heranr?ckt. Seine Stimme wird beinahe so leise wie das Fl?stern des Windes im hohen Gras.

"Diese Worte sind dir so heilig, dass ich gut daran tue, sie nur jetzt und hier auszusprechen und auch nur so, dass es au?er dir bestenfalls die Spinnen und Kellerasseln unter dem Tisch h?ren."
Worte, so leise, dass sie nicht einmal das Pferd h?ren kann, da ist Orpheus sicher.
Auch nur deswegen wagte er es, sich selbst zuzugestehen, ungl?cklich gewesen zu sein.
Der unausgesprochene Pakt zwischen ihm und Eduard- kein Wort dringt an einen Dritten.

"Solange ich an deiner Seite sein kann, werde ich alles daf?r tun, um dich gl?cklich zu sehen."
Langsam l?sst Eduard sich wieder zur?cksinken, den geraden R?cken an die Stuhllehne schmiegend. Und alsbald versinkt sein gr?ner, fester Blick wieder im Himmel. Orpheus wei?, sein Freund liebt es, den Himmel zu beobachten. Eine Besch?ftigung, die er schon als Kind liebte.

"Du bist lange genug ungl?cklich gewesen, Orphe. Es wird jetzt Zeit, dass eine neue Epoche anbricht."

Ein L?cheln.

Orpheus schlie? die Augen.
Ohne Gedanken auf das lauschend, was das Leben um ihn herum erf?llt.
Das Fl?stern des hohen Grases. Die zwitschernden Sommerv?gel. Der rauschende Wald in der Ferne. Das Flattern der Tischdecke. Das Schnauben des Pferdes. Das Summen von Bienen. Das lautlose Tasten der Sonnenstrahlen und der luftige Weg der Wolken am Himmel.
Und Edus Atem.
Wie ein Rhythmus, der ?ber allem steht.

Und alsdann bemerkt Orpheus, dass das L?cheln das seinige ist.

"Eine Epoche, in der wir unser beider Gl?ck gemeinsam schaffen. Und wenn du das meinige besch?tzt...werde ich ?ber deines wachen."

Der Wind wirft blonde und bronezefarbene Haarstr?hnen durcheinander. Beinahe unedel.
Ohne Worte schiebt der Tag sich vorbei, als unten in der Ferne die Kirchturmglocke im Dorf die dritte Nachmittagsstunde schl?gt.
Ein metallischer, uralter Klang, der durch das hohe Feldgras und seine dunkelblauen Tupfen zittert.

Kornblumen.

"Es ist so lang her.", spricht Eduard vergn?gt.
"Ich werde deiner verehrten Schwester einen Blumenkranz machen."

ENDE



6.2.06 01:16
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maddle (6.2.06 08:45)
Irgendwie hatte ich es im Blut, dass du die Erste von uns sein wirst, die was zu ML schreibt. *g*

Hach, sehr schön, wirklich! ^^ Du schaffst es immer, den Leser eine bestimmte Atmosphäre rüber zu bringen! Ich kann es richtig vor mir sehen, wie Eduard und Orphereus an diesem sonnigen Sommertag auf einem Feld sitzen, fern ab der Akademie, und dass nur Edu auf solch eine süße Idee kommt, um seinen besten Freund wieder glücklich zu sehen. *-*

Bei den letzten Sätzen musste ich mich fragen, ob sie sich gerade küssen... oô Na ja, wahrscheinlich ist das nur wieder meine Phantasie! XD

Also, wirklich sehr schön geworden! ^^ Und nein, ich fand es gar nicht extrem kitschig! O.O Ich meine, das hätte genauso gut eine Szene aus der Serie sein können. =)

Es freut mich wirklich, dass du was zu ML geschrieben hast und dass du dich so dafür begeistern kannst... *______* Ich weiß jetzt nur umso mehr, dass ich niemals so diesen altertümlichen Stil schreiben kann. Mist. XD

Maddle


Rei (6.2.06 10:32)
Also, ich kann Maddle nur in mehreren Punkten zustimmen. *g*
Erstens - ich wusste auch, dass du die Erste von uns bist, die es schafft. ^_~ Ehrlich, es ist bewundernswert, wie zielstrebig du dir etwas vornehmen und des dann auch wirklich schreiberisch umsetzen kannst, noch während andere längst auf ihre leeren Worddokumente starren. ^.^

Zweitens - wirklich eine wunderschöne Stimmung und ich finde es auch nicht kitschig. =) Es hätte ehrlich direkt aus der Serie stammen können!
Ich finde klasse, wie du die Dialoge hinbekommen hast, denn ich habe direkt die Synchronstimmen vor mir gehabt beim lesen. Ulkigerweise die deutschen - aber das war vermutlich naheliegend, nachdem deine FF ja auch deutsch ist. ^_~

Ich bezweifle grade, dass ich die Dialoge und die Stimmung so hinbekommen könnte... ;___;

Übrigens hast du eine Idee verwendet, an der ich auch grade arbeite. XD Na ja, nicht ganz - aber irgendwie doch. ^.~
Sag mal, fändest du es tragisch, wenn ich ebenfalls Orphe und Edu schreibe? Ich finde Ludwig und Eduard verdammt schwer. *drop*
Na ja, so wie es aussieht, schreibe ich im Moment noch gar nichts - ich frage nur pro forma. ^^\"\"

Alles in allem - ein unglaublich schöner und warmer Moment, den du da zwischen den beiden eingefangen hast. *___* Auch die Atmossphäre der Serie hast du toll hinbekommen - Respekt. ^.^ (Edu ist ja sooo süß!!! *__*)
Ich hoffe, man liest noch mehr von dir zu den beiden. ^_~

~ Rei ~


Lord_V / Website (6.2.06 14:46)
wow ...
ohne die Serie (?!?) zu kennen, muss ich sagen, dass die erzeugte Stimmung klasse ist, die Beschreibung würde ich nie so hinkriegen ...
das Lesen macht Spaß
MfG
Lord_V

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